Yerba Mate

… eine spezielle Kultur aus Argentinien.

 

Was ist das?

Reisende in Argentinien, Uruguay und Paraguay sehen oftmals Menschen, die aus einem merkwürdigen Gefäß mit einem geheimnisvollen Trinkstab eine unbekannte Flüssigkeit trinken.
Immer in unmittelbarer Nähe befindet sich eine Thermoskanne, aus der ständig nachgegossen wird.
Sie trinken Mate.
Yerba Mate in Argentinien
 
Yerba Mate in Argentinien Yerba Mate in Argentinien

Die Pflanze

Der Matestrauch (Ilex paraguayensis) gedeiht unter feucht- tropischen Bedingungen in Höhen von 150-800 m und erreicht eine Höhe von etwa 6-14m. Verwandt ist die Pflanze mit unserer Stechpalme.
Der Stamm ist im Durchschnitt 30cm dick.
Die Blätter sind oval mit gezacktem Rand.
 
Yerba Mate in Argentinien Yerba Mate in Argentinien

Der Anbau

Als Kulturpflanze wird Ilex paraguayensis selten höher als 5 Meter. Zur Ernte werden ganze beblätterte Äste abgeschlagen und die Blätter über dem Feuer geröstet, damit sich die Aromastoffe entfalten können.
Danach werden die Blätter getrocknet, grob zerkleinert und mit Schlegeln in handelsübliche Größe (2-5mm) gepresst.
 

Wie trinken?

Die Blätter des Ilex paraguayensis werden in ein Trinkgefäß (Mate) geschüttet und mit 70°C heißem (auf keinen Fall kochendem!) Wasser übergossen. Dabei wird das Mategefäß zu 2/3 gefüllt. Wenn beim ersten Aufguss nicht alle Blätter feucht werden, ist das kein Problem. Nach einem alten Zeremoniell der Criollo- Indianer wird der Mate mit einem Saugröhrchen, der Bombilla, getrunken.
Die Bombilla hat am unteren Ende ein Sieb, so dass die Blätter beim Trinken nicht in den Mund gelangen können. Das ideale Trinkgefäß ist die Kalebasse, die Frucht eines Flaschenkürbisses. Die eigentliche Zeremonie ist vergleichbar mit dem "Friedenspfeife rauchen" der nordamerikanischen Indianer. Eine Person (Matero) gießt Wasser in das Gefäß und reicht es im Kreis herum. Jeder muss das Wasser ganz aus dem Gefäß heraussaugen, bis ein "schlürfendes" Geräusch entsteht.
Am Anfang ist der Mate recht stark, lässt aber mit jedem Aufguss etwas nach, bis er dann "lavado" ist. Man erkennt es daran, dass beim Aufgießen keine Bläschen mehr gebildet werden. Nun muss der Matero die Position der Bombilla etwas ändern und die Blätter (Yerba) ein wenig umrühren. Nach etwa 15-20 Aufgüssen sollten neue Blätter in das Gefäß gefüllt werden. Fremde, die nicht mit allen Personen aus einem Saugrohr trinken möchten, sollten dankend ablehnen, evtl. mit dem Grund, dass sie nicht durstig sind. Anderes wäre unhöflich, denn die Einladung zum Mate für einen Fremden ist etwas Besonderes und symbolisiert Vertrauen und Freundschaft.
Hat man genug von dem Mate-Getränk zu sich genommen, sagt man zu der einschenkenden Person "gracias", damit gibt man kund, dass man nicht mehr trinken möchte.
Die Einheimischen trinken Mate oftmals über mehrere Stunden, was völlig unbedenklich ist. Man kann Mate mit Zucker (dulce) oder ohne (amargo) trinken.
Yerba Mate in Argentinien

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Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Blätter enthalten 0,5-1,5% Koffein, Theobromin, Chlorophyll, Riboflavin, Gerbsäure, Pantothensäure, ätherisches Öl, Vanillin, Xanthin, Magnesium, Calcium, Eisen, Sodium, Kalium und die Vitamine A, B1, B2 und C.
Der Mate wirkt stimulierend und ist dabei gesünder als Kaffee, denn es sind weder Nebenwirkungen bekannt (Nervösität), noch macht Mate süchtig.
Dabei ist offensichtlich weniger das Koffein, als vielmehr das Xanthin, was beim Mate Matein heißt, für die stimulierende Wirkung verantwortlich, obwohl es nur in ganz geringen Substanzen vorkommt.
Mate mobilisiert die Energie des Menschen und wirkt sich günstig auf die Aktivität des Gehirns aus. Außerdem regt er bestimmte Funktionen des Organismus an, u.a. Muskeln und Verdauungstrakt.

Die Guarani- Indianer nutzen Mate zur Unterstützung bei der Heilung von Krankheiten, um:
  • die Abwehrkräfte zu stärken
  • das Blut zu reinigen
  • das Nervensystem zu kräftigen
  • das Altwerden zu verlangsamen
  • Müdigkeit zu bekämpfen
  • den Geist anzuregen
  • Appetit zu zügeln
  • Stress abzubauen
Matein und Koffein sorgen für eine leichte Entspannung der Muskeln und auch hinsichtlich Bronchien und Asthma kann positiv Einfluss genommen werden.
Eine einheitliche Meinung in der südamerikanischen Literatur ist, dass Mate das Immunsystem und die natürlichen Abwehrkräfte stärkt.
 

Geschichte

Der Matestrauch wurde bereits in der indianischen Frühzeit genutzt. Der Begriff Mate wurde abgeleitet von quichua matía (Ketschua), was den Becher bezeichnet, aus dem der Mate traditioneller Weise getrunken wird.
Der Ursprung des Matestrauches liegt in der Ostregion Paraguays, von beiden Seiten des Amambay- und des Mbaracayú- Gebirgszuges und in der Region Itaipú, San Pedro, Guairá und Alto Paraná.
Im Wesentlichen ist der Yerba- Mate den Tupi Guarani Indianern zu verdanken.
Die Guarani- Indianer wurden von den Jesuiten in Paraguay und der heutigen Provinz "Misiones" (daher der Name) missioniert.
Die Jesuiten erkannten die vorteilhafte Wirkung des Mate und förderten den Anbau.
Mehr noch: Von 1609 bis 1773 besaß der Jesuitenstaat das Monopol der Mateproduktion.
Daher stammt der Beiname "Jesuitentee".
Im Verlauf der Jahrhunderte wurde er zum Nationalgetränk von Argentinien, Uruguay und Paraguay.
Vokabular:
Mategefäß: Mate, Guampa (Paraguay)
Yerba Mate in Argentinien

Trinkrohr: Bombilla
Yerba Mate in Argentinien

Inhalt des Mategefäßes: Yerba Mate
Yerba Mate in Argentinien

Mate mit kaltem Wasser: Tereré
 

Einweihen eines neuen Mategefäßes

Aus einem neuen Gefäß kann noch nicht getrunken werden, weil zuerst die Bitterstoffe aus dem Kürbis zu filtern sind. Dies geschieht wie folgt: Mategefäß mit Yerba füllen, heißes Wasser (kochend) aufgießen und eine Nacht ziehen lassen. Nicht trinken!
 

Links:
Yerba Mate spanisch »




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