Am Morgen werden wir vom Hotel abgeholt und fahren über Puerto Montt nach
Pargua. Von hier aus überqueren wir den 2 km breiten Chacao-Kanal mit der
Fähre nach Chacao, auf der Insel Chiloé. Von Chacao aus geht es weiter über
Caulin (Flamingos!) nach Ancud, der zweitgrößten Stadt der Insel. Dort
können wir das regionale Museum " Museo Regional Aurelio Bòrquez Canobra"
und die alte spanische Festung San Antonio besuchen.
Chiloé ist 190 km lang (von Nord nach Süd) und 50 km breit. Die schönen
Holzkirchen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf der Insel leben etwa
150.000 Einwohner, die meisten davon in Castro (29.000) und Ancud (27.000).
Sie werden als Chiloten bezeichnet. Viele Chiloten stammen vom Volk der
Huilliches ab.
Das Klima ist zwar mild, aber es regnet hier sehr oft. Bei Ancud fallen
jährlich 2035 mm Niederschlag, das ist etwa zweieinhalb soviel wie in
Hamburg. Der häufige Regen und der fruchtbare Boden erklären die starke
Entwicklung der Vegetation. Chiloé lebt hauptsächlich vom Tourismus, der
Lachszucht und der Landwirtschaft.
Die Insel ist auch bekannt durch die Mythologie, die noch von den Huilliches
stammt und trotz starken Katholizismus auf der Insel nie verdrängt werden
konnte. Bekannte Sagengestalten sind zum Beispiel:
El Caleuche (hell erleuchtetes Geisterschiff), Pincoya (schöne Frau), Fiura
(häßliche Frau mit schlimmen Atem), Camahueto (dem Einhorn ähnlichem Tier),
Viuda (große, schwarz gekleidete Frau, folgt schönen Männern und zwingt
diese, sie zu befriedigen),Trauco (häßliches Waldmännchen welcher es auf
junge Frauen abgesehen hat. Diese erliegen seiner erotischen Ausstrahlung
und bekommen 9 Monate nach der Begegnung ein Kind von ihm), La Voladora
(Hexe die sich in einen Vogel verwandeln kann) usw. usw.
Typisch für Chiloé ist auch die Minga, wo Freunde und Bekannte einer Familie
bei der Ernte helfen und die Frauen derweil ein üppiges Mal zubereiten. Nach
der Arbeit wird gemeinsam gegessen und getanzt.
Hinweis:
Von Oktober bis März steht auch Dalcahue und Castro auf dem Programm
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