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Maraton Santiago de Chile Die Hitzeschlacht am 06.04.08
- Ein kleiner Rückblick -
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Vor dem Lauf
Zum ersten Mal hatten wir in diesem Jahr auch beim Marathon in Santiago de Chile eine Gruppe am Start.
Dabei waren auch gute alte Freunde dabei, wie Siegfried Fröller (Buenos Aires Marathon 2006) oder die beiden Österreicher Klaus Schabernack und Peter Zechner (Buenos Aires Marathon 2005).
Wir trafen nacheinander im Hotel „Alcalá del Rio“ in Santiago ein.
Mario Münzberg aus Sohland (Sachsen) hatte bereits eine bei uns gebuchte Argentinien-Rundreise hinter sich und dabei am 16.März den „Marathon am Ende der Welt“ in Ushuaia (Feuerland) in sehr guten 3:47:19 bewältigt.
Diese Zeit ist deshalb sehr hoch einzustufen, weil der Marathon auf Feuerland wegen seines Streckenprofils und den Wetterkapriolen (an einem Tag sind alle vier Jahreszeiten möglich) recht schwierig ist.
Hier trauen sich nur erfahrene Maratonies ran, oder Leute die die ganz besondere Herausforderung suchen.
Nach Mario trafen Peter und Klaus ein, die seit unserer ersten Begegnung beim Buenos Aires Marathon 2005 nichts an ihrem Humor verloren , dafür aber jede Menge exotischer Marathons gesammelt hatten.
Sie sind die wahren Botschafter Österreichs und machen Ihre Gemeinden Gratkorn und Frohnleiten in der ganzen Welt bekannt.
Siegfried machte unsere Gruppe komplett. Er traf am Tage vor dem Marathon ein. Die Zeit- und Klimaumstellung machte ihm nicht zu schaffen, dafür aber eine Wadenzerrung die seit Mitte März jedes Training unmöglich machte.
Doch er wollte es versuchen.
Wir unternahmen eine gemeinsame Stadtrundfahrt durch Santiago. Die Werbung für den Marathon war dabei nicht zu übersehen.
Direkt am Start (Plaza de la Ciudadania, Moneda) prangte ein überdimensionales Werbeplakat und viele Busse waren voll mit Marathonwerbung.
Da die City Tour exklusiv war, konnten wir darin ganz bequem die Abholung der Startunterlagen im Bahnhof Atocha unterbringen. Danach fuhren wir auf den Cerro „San Cristobal“ und hatten einen Panoramablick auf die Metropole, die wir morgen während des Marathons spüren sollten.
Der Marathon
Gegen 07.00 Uhr holte uns das Großraumtaxi vom Hotel ab und mit ausreichend Zeitreserve waren wir im Startbereich.
Mario Münzberg war sofort im Fokus der chilenischen Fernsehreporter, die in ihm zunächst den ehemaligen argentinischen Tennisstar Guillermo Vilas entdeckten (dabei dachten wir er hätte mehr Ähnlichkeit mit Mario Kempes, einem anderen ehemaligen argentinischen Superstar des Sports).
Kein Vilas, aber dafür Leute die extra aus Deutschland und Österreich zum Marathon nach Santiago reisten, das war dann auch ein interessantes Thema und so kamen wir ins chilenische Fernsehen, dass auf dem Weg zum Start noch schnell Siegfried interviewte.
Im Startbereich direkt vor dem Regierungspalast „La Moneda“ wimmelt es von Menschen.
Die Schlagzeile : „12.000 beim Santiago Marathon“ müssen wir aber richtig stellen. Es wurde in 3 Kategorien gestartet (10 km, Halbmarathon, Marathon). Da in Lateinamerika nahezu jeder Lauf „Marathon“ genannt wird, somit ein 10km Lauf dort ein 10km-Marathon ist, mögen zwar 12.000 Leute insgesamt dabei gewesen sein,
doch der Marathon (42,195 km!!!) vermeldete insgesamt 913 Finisher.
Da aber der Start des Halbmarathons zeitglich mit dem Start des Marathons erfolgte, war es natürlich ein Massenstart.
Wir hatten Bedenken wegen des Wetters. In Santiago hatte es das letzte Mal vor 16 Monaten geregnet und die letzten Tage waren sehr heiß. Da der Start um 08.00 Uhr erfolgen sollte, würden wir etwa zwei Stunden bei erträglichen Temperaturen laufen, dann würde es hart werden.
Als der Start dann auf 08.15 Uhr verschoben wurde, wussten wir dass es sogar noch etwas härter werden würde…
Endlich erfolgte der Start!
Die ersten Kilometer flogen an uns vorüber, die Temperaturen waren angenehm. Doch es sollte so schwer werden wie befürchtet…
Mario Münzberg erwies sich einmal mehr als Ausnahmeathlet, denn bei km 7 lief er der Gruppe unaufhaltsam davon und wurde erst im Hotel wieder gesehen.
Vielleicht hatte der Feuerland Marathon 21 Tage vorher einen hohen Trainingsreiz erzeugt…
Wir umliefen von Kilometer 3 bis 6,3 den Parque O`Higgins und passierten bei km 10,5 das Estadio Nacional, wo Chile seine Fußball Heimspiele austrägt. Kurz danach, bei km 11 bogen die vielen Halbmaratonies nach links ab.
Sie hatten bereits die Hälfte geschafft, während für uns der Marathon und die große Hitze erst beginnen sollte.
Die Avenida Francisco Bilbao (Kilometer 19 bis 22) machte uns zu schaffen, weil sie sich als nicht enden wollende Steigung darstellte.
Aber von Kilometer 30 bis ins Ziel würde es ja nur noch bergab gehen.
Doch als wir bei Kilometer 30 den Río Mapocho erreichten, der die nächsten 10 km nicht von unserer rechten Seite wisch, hatten alle ihre persönlichen Zielzeiten längst über den Haufen geworfen.
Es zählte nur noch GESUND ANKOMMEN, denn die Hitze war unerträglich. Im Schatten waren es 28°C, in der Sonne sicher 40°C.
Einer von uns hatte sogar Gras auf dem Rücken (kein gutes Zeichen bei einem Marathon).
Siegfried hielt trotz Wadenschmerzen sehr lange durch. Als er bei Kilometer 38 das Hotel passierte, traf er die vernünftige Entscheidung.
Klaus Schabernack hatte solche Magenprobleme, dass er sogar seinen berühmten Einkehrschwung nicht zelebrieren konnte und nur noch den Auskehrschwung im Kopf hatte. Peter blieb bis kurz vor dem Ziel an seiner Seite. Für ihn war der Marathon eine gute Vorbereitung für seine bevorstehende Wüstentour.
Am Ende hatte auch der Santiago-Marathon die gleichen Gemeinsamkeiten zu anderen Läufen:
Wir hatten gemeinsam ein hartes Erlebnis der ganz besonderen Art und am Abend bei einem kühlen Bier viel zu erzählen.
Statistik
Top 3 Gesamtwertung (Männer):
1. Roberto Echeverria (CHL)
2. Peter Mwangi (KEN)
3. Philip Kipkemboi (KEN)
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2:15:39
2:19:48
2:19:48
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Top 3 Gesamtwertung (Frauen):
1. Natalia Romero (CHL)
2. Clara Morales (CHL)
3. Susana Rebolledo (CHL)
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2:45:42
2:46:00
2:47:04
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Top 5 Reallatino Tours:
Mario Münzberg (GER)
Fred Becker (GER)
Peter Zechner (AUS)
Klaus Schabernack (AUS)
Siegfried Fröller (GER)
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3:42:16
4:33:51
4:37:56
4:42:30
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Nach dem Lauf
Am Montag danach unternahmen wir eine gemeinsame Tour nach Valparaiso und Viña del Mar.
Valparaiso ist eine sehr schöne Stadt. Eigentlich ist die ganze Stadt ein Museum, so viele Baukunstwerke und Farbspiele sind hier zu sehen.
Mittagessen und Wein im Geheimtipp „Hotel Brighton“ mit Blick auf die Stadt und den Pazifik.
Dann fuhren wir nach Viña del Mar.
Dort bewies Mario , dass er nicht nur Hitze- sondern auch Kälte resistent ist und badete im ca. 10°C kühlen Pazifik, wo man sonst nur Tiere sah.
Am Dienstag zerstreute sich unsere Minigruppe in alle Himmelsrichtungen.
Mario trat nach etwa 4 Wochen Südamerika die lange Heimreise nach Sohland an, Siegfried flog über Buenos Aires nach Iguazú und freute sich auf Argentinien, dass er bereits vor 2 Jahren in sein Herz geschlossen hatte.
Wir anderen flogen in den Norden von Chile und verbrachten noch 3 Tage in der Atacama- Region.
Es ist viel mehr als nur „die trockenste Wüste der Welt“!
Hier gibt es sehr viel zu sehen.
Das Valle de la luna, die Laguna Chaxis, Miñique und Miscanti und die Tatio-Geysire sind völlig verschiedene Landschaften. Besonders gefiel uns auch die Dörfer der Region, allem voran Caspana.
Aber nicht nur Naturfreunde kommen auf ihre Kosten, auch die Kultur bietet hier sehr viele Möglichkeiten und Aspekte.
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