|
|
|
 |
|
 |
|
|
"Mein erster Marathon"
Bericht von Susann, 28 Jahre
|
|
|
Hätte man mir im letzten Jahr erzählt, "du wirst bald deinen ersten Marathon laufen, und zwar in Buenos Aires", dann hätte ich darüber gelacht und gedacht, Argentinien oh ja furchtbar gern aber Marathon niemals!
Seit 2002 laufe ich regelmäßig und nehme auch gern an Wettkämpfen teil, wie z. B.10-km-Läufe oder auch Halbmarathons. Aber eine längere Strecke war mich für unvorstellbar, ich habe immer noch absoluten Respekt davor.
Ich erfuhr von einer Marathon-Reise nach Argentinien. Diese Kombination war für mich so einmalig genial und der Gedanke, in Buenos Aires einen Marathon zu laufen, reizte mich sehr. Diese Idee ging mir nicht mehr aus dem Kopf - und der Marathon beginnt im Kopf -, so dass mein Freund und ich gemeinsam die Reiseanmeldung abschickten.
Nun folgten kontinuierliches Training, an den freien Sonntagen die 3-Stunden-Läufe in der Gruppe - dies teilweise bei 32°C - und die Vorfreude auf eine wunderschöne Rundreise durch Argentinien.
Dann kam jedoch der Schlag, mein Freund konnte aus arbeitstechnischen Gründen den Urlaub nicht antreten und ich stand vor der Entscheidung, die Reise zu stornieren oder allein zu fahren. Letztendlich siegte der Marathon. Ich flog nach Buenos Aires und hielt die magische Startnummer 1652 in den Händen. Nach einer schlaflosen Nacht stand ich nun am 29. Oktober 2006 um kurz vor sieben Uhr im Startbereich des internationalen BA-Marathons. Die Bedingungen waren ideal: angenehm leichter Nieselregen, 15°C, ca. 3000 Läufer und tolle Atmosphäre. Ich lief langsam und entspannt los. Dank der vorherigen Fahrradtour durch Buenos Aires erkannte ich viele Straßen und Gebäude wieder, fühlte mich wohl und alles lief wie geschmiert. Ich genoss den Lauf, die Leute sowie die Stadt. Bei Kilometer 15 lernte ich Raul aus Patagonien kennen, der mich ab jetzt nicht mehr aus den Augen ließ. Auch er lief seinen ersten Marathon; so hatten wir einigen Gesprächsstoff, tauschten in Englisch Erfahrungen aus und zogen die Sache zusammen durch. Schon lagen die ersten 30 km hinter uns. Auch die anschließenden 10 km fühlten sich OK an, die Regenwolken verschwanden, die Sonne schien und das Ende nahte. Wir überquerten die Brücke zum River-Plate-Stadion, wurden von den Zuschauern ordentlich angefeuert, mich durchfuhr ein überwältigendes Gefühl.
Aus den Lautsprechern dröhnten die besten 80-Jahre-Songs aller Zeiten, wir liefen durch die dunkle Unterführung ins Stadion und sprinteten automatisch die letzten 100 m ins Ziel.
Wahnsinn, wir hatten es geschafft: 42,195 km, überglücklich, Tränen in den Augen, Gänsehaut und stolz auf diese Leistung.
Am späten Nachmittag feuerten wir im Stadion der Boca Juniors diese im Spiel gegen Argentinia Juniors an. Ein Ereignis übertraf das andere, und in den folgenden 2 Wochen erlebte ich noch so einige Highlights, wie die Wasserfälle von Iguazu, Gletscher in Patagonien und die wilde Landschaft von Feuerland.
Für die überaus hervorragende Reisezusammenstellung und Organisation möchte ich mich bei Fred herzlich bedanken. Seine Arbeit, sein Engagement und Ideologie ließen diese Marathonreise zu einem unvergesslich tollen Erlebnis werden. Gracias!
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|