Reiseinformationen für Südgeorgien

Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln sind ein sehr spezielles Reiseziel … allem voran aber ein besonders biologisch empfindliches Gebiet, das bis in die 1980er Jahre Forschern und Abenteurern vorbehalten war. Auf den südöstlich vor den Malwinen im Südatlantik gelegenen Inseln – bestehend aus der Hauptinsel Südgeorgien und mehreren Inselgruppen sowie den allesamt unbewohnten Südlichen Sandwichinseln – herrschen raue, subarktische Bedingungen vor, die die Inseln praktisch unbewohnbar machen, jedoch ein Paradies für geschätzte 400.000 Königspinguine, ca. 5 Millionen Goldschopfpinguine, bis zu 350.000 Seeelefanten und ungefähr zwei Millionen Seelöwen sind. Und für Naturliebhaber, die sich für das Brutgebiet der Königspinguine interessieren, die das Treffen der Seeelefanten zur Brunftzeit an der Küste bei St. Andrews Bay, Gold Harbour und anderen Abschnitten beobachten oder die einzigartige Vegetation an der klimatologischen Grenze zur Antarktis erkunden möchte. Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln sind ansonsten eine Destination für Extremreisende, denn die Landschaft ist zumeist von Eis und im Winter sechs Monate lang von Schnee bedeckt (wobei jedoch die Temperaturen selten unter -20°C fallen). Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln sind inzwischen ein sehr beliebtes Ziel für Kreuzfahrten, weil die Inseln Zwischenstopp für einen ungewöhnlichen Landausflug sind … in eisiger Szenerie zwischen über 160 Gletschern, die sich neben 11 Bergen über 2.000 m Höhe auf Südgeorgien befinden. Es gibt sogar eine einzige Bar – die allerdings Teil der Forschungsstation King Edward Point und ausschließlich für Wissenschaftler zugänglich ist.

Südgeorgien Landkarte

Südgeorgien liegt auf den gleichen Breitengraden wie das südliche Südamerika, wird aber sehr von der Westwindzone beeinflusst. Meist ist es recht stürmisch und kühl. Im Winter liegt zwar Schnee, jedoch friert das Meer nicht zu. Jedoch gibt es in der Nähe von Südgeorgien Treibeisfelder. Ab November, wenn die Antarktis-Kreuzfahrtsaison beginnt, sind die Küsten eisfrei. Die Monate der Hauptsaison haben wir grün markiert.


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  Maximal
2 3 1 0 -2 -3 -4 -4 -2 -1 0 1  Nacht
6 6 6 6 5 4 3 3 3 3 4 5 Wassertemperatur

Referenzklima. Aufgrund der Ausdehnung der Inseln und der landschaftlichen Lage (geschützte Buchten oder offene See) weicht das Klima regional voneinander ab.

Insgesamt fällt recht viel Niederschlag: 1.500 mm annuale Niederschlagsmenge (Vergleich Hamburg: 800 mm).

Zwischen Oktober und Februar scheint die Sonne meist ca. 5 h am Tag, während sie im Winter (Mai-Juli) kaum zu sehen ist.

 

April 1502
Möglicher Weise wird die Inselgruppe erstmals gesichtet (von Amerigo Vespucci).
1675
Der englische Kaufmann de la Roché will von Chiloé nach Salvador de Bahia segeln, verfehlt aber nach der Umschiffung von Kap Hoorn bei Sturm und schlechter Sicht die Le-Maire-Straße und wird weit ostwärts abgetrieben. Dort ankert er zwei Wochen in einer Bucht vor Südgeorgien, einer bis jetzt unbekannte Insel.
Januar 1700
Sir Edmund Halley erforscht und kartografiert die Region um Südgeorgien, verwechselt aber Eisberge mit Inseln.
1756
Südgeorgien wird vom Spanier Gregorio Jerez entdeckt, ohne diese zu betreten. Er nennt die Insel „San Pedro".
17. Januar 1775
Der englische Kapitän James Cook betritt Südgeorgien und nimmt die Insel zu Ehren von König George III als „Isle of Georgia" für Großbritannien in Besitz.
1786
Mit dem Töten der ersten Robben beginnt ein grausames Kapitel auf Südgeorgien.
1786- 1802
Intensive Robbenjagd durch britische Robbenjäger, bei der die Robben auf Südgeorgien beinahe ausgerottet werden.
1814-1823
Nachdem sich die Bestände der Robben etwas erholt haben, beginnt die zweite Phase der intensiven Bejagung, wobei die Bestände erneut drastisch dezimiert werden.
31.August 1883
Nach mehr als einjähriger Bauzeit wird im Moltke-Hafen (Royal Bay, Nordküste) eine deutsche Forschungsstation eröffnet.
1869-1913
Die dritte intensive Jagdphase auf Robben und See-Elefanten bringt deren Bestände erneut fast zum Aussterben. Grund der Jagd ist vor allem die Gewinnung von Tran, welches als Lampenöl dient.
1900
Südgeorgien wird an eine Gesellschaft aus Punta Arenas vermietet.
1904
In Grytviken wird ein Walfangzentrum errichtet. Ebenso wird eine Walölfabrik von 60 norwegischen Arbeitern errichtet. Südgeorgien wird das größte Walfanggebiet der Welt.
Die meisten Walfänger kommen aus Norwegen.
18. März 1909
Argentinien erkennt die britische Herrschaft über Südgeorgien an.
Dezember 1909
Auf Südgeorgien leben 720 Menschen (darunter nur drei Frauen und ein Kind).
Die meisten stammten aus Norwegen (579).
1912
In Grytviken wird eine kleine Eisenbahnstrecke gebaut.
1913
Bau der norwegischen Kirche in Grytviken
8. Oktober 1913
Das erste Kind wird auf Südgeorgien geboren (Solveig Jacobsen).
5. Dezember 1914
Die „Endurance" mit ihrem Kapitän Ernest Shackleton verlässt Südgeorgien in Richtung Weddelmeer.
19. Januar 1915
Die „Endurance" wird etwa 1.800 km südlich von Südgeorgien von Packeis eingeschlossen.
27. Oktober 1915
Shackleton muss die „Endurance" aufgeben und errichtet ein Überlebenscamp auf einer großen Eisscholle für die gestrandeten Seefahrer. Die Hoffnung besteht darin, dass die Eisscholle zur 400 km entfernt liegenden Paulet-Insel abdriftet.
21. November 1915
Die „Endurance" wird von den Eismassen zerdrückt.
17. März 1916
Die Eisscholle ist noch 97 km von Paulet-Island entfernt, doch wegen der hohen Eismassen kann die Insel nicht erreicht werden.
9. April 1916
Die Eisscholle bricht auseinander. Daraufhin trifft Shackleton die Entscheidung, mit den verbliebenen Rettungsbooten nach Elephant Island zu rudern.
13. April 1916
Die Mannschaft erreicht Elephant Island, wo sie aber keineswegs gerettet war.
24. April 1916
Shackleton wagt mit 5 Leuten die 1500 km lange Fahrt in einem der Rettungsboote nach Südgeorgien um Hilfe zu holen! Der Rest der Mannschaft bleibt zurück.
8. Mai 1916
Die Crew sichtet Südgeorgien, können wegen Unwetters aber erst später auf der unbewohnten Südseite in der King Haakon Bay anlegen.
18. Mai 1916
Shackleton beschließt, zu dritt zu Fuß Südgeorgien von der King Haakon Bay nach Stromness zu überqueren (ca. 35 km) um die dortige Walfangstationen zu erreichen.
20. Mai 1916
Shackleton und seine beiden Begleiter erreichen Stromness und organisiert sogleich die Rettung der drei an der King Haakon Bay zurückgelassenen Begleiter.
Ende Mai 1916
Shackleton plant die Rettung seiner Mannschaft mit Hilfe der chilenischen Regierung.
30. August 1916
Der chilenische Schlepper „Yelcho" erreicht Elephant Island und nimmt die 22 Matrosen an Bord, die damit seit über anderthalb Jahren gerettet werden.
5. Januar 1922
Ernest Shackleton stirbt auf seiner "Quest-Expedition" kurz nach seiner Rückkehr nach Südgeorgien einen Monat vor Erreichen des 48. Lebensjahres in Grytviken an einem Herzinfarkt. Sein Leichnam wird nach Großbritannien überführt, kommt aber nur bis Montevideo, weil seine Frau entscheidet, dass Südgeorgien seine letzte Ruhestätte sein soll. Nach seiner letzten Reise wird Ernest Shackleton in Grytviken beerdigt.
1927
Argentinien erhebt Anspruch auf Südgeorgien.
Um 1940-1944
Deutsche Kriegsschiffe zerstören im 2. Weltkrieg die norwegischen und britischen Walfangschiffe- und Fabriken.
1964
Das Walfangzentrum von Grytviken wird verlassen. Seit 1904 wurden auf Südgeorgien nachweislich über 175.000 Wale getötet.
25. März 1982
Während des Falklandkrieges landen 32 Spezialkräfte der argentinischen Armee in Leith Harbour.
3. April 1982
Es kommt zu einer Schlacht in Grytviken zwischen Argentinien und Großbritannien.
Dabei verliert Argentinien 3 Soldaten, das Kriegsschiff „Guerrico" (schwer beschädigt) und einen Hubschrauber. Auf britischer Seite gab es lediglich einen Verwundeten.
Als Folge dieser Niederlage erfolgten keine weiteren Angriffe von argentinischer Seite.
25. April 1982
Das argentinische U-Boot „Santa Fé" wird vor Südgeorgien schwer beschädigt und die Besatzung gefangen genommen.
Juni 1982
Die letzten Argentinier müssen Südgeorgien verlassen.
7.März 2022
107 Jahre nach dem Sinken der "Endurance" wird das Wrack nahezu unversehr in 3.008 Meter Tiefe von Tauchrobotern entdeckt. Es werden Fotos gemacht, aber das Wrack wird nicht gehoben werden.

 

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