Besuch einer Panamahut-Manufaktur

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Jeder weiß, was ein Panama-Hut ist. Viele berühmte Leute trugen oder tragen einen solchen. Doch kaum jemand weiß, dass dieser Hut nicht in Panama, sondern in Ecuador hergestellt wird. Warum heißt er dann „Panama-Hut“? Hierüber gibt es mehrere Theorien, wovon die folgende nachvollziehbar ist: Ehemals konnten Waren, die in Südamerika hergestellt wurden, nicht direkt in die USA eingeführt werden. Alle Waren mussten zunächst nach Panama, was damals zentrale Sammelstelle und Zoll für die Wareneinfuhr in die USA war. Alle Waren erhielten, egal wo sie produziert wurden, den Zollstempel von Panama. So nannte man die Hüte in den USA „Panama Hüte“. Dieser Name hat sich dann auch in anderen Sprachen verbreitet. Aber die Herstellung erfolgt seit 1630 in Ecuador, wobei in Cuenca die größten und bekanntesten Hersteller sitzen. Neben Ecuador werden die Hüte sonst noch in Mexico hergestellt.

Hergestellt werden die Hüte aus feinen Toquillastroh, welches das ganze Jahr über zur Verfügung steht. Die zarten Blattstreifen werden eine Stunde lang gekocht und danach in der Sonne gebleicht. Dieser Vorgang wird wiederholt, um die Haltbarkeit des Hutes zu verbessern. Danach wird das Stroh über einem Feuer geröstet und Schwefel beigemischt. So erhält der Panamahut seine typische Farbe. Das Flechten erfordert dann sehr viel Gefühl und Erfahrung. Es wird zunächst nur die Grundform des Hutes gefertigt, wobei in diesem Schritt bereits die spätere Qualität vorbestimmt wird. Je dünner die Fasern, umso höher die Qualität. Dann wird der Hut von der Mitte her gewoben und danach erhält er, in eine Vorrichtung gepresst, seine Form. Nun sind es noch einige Feinarbeiten, bis der Hut fertig ist. Die feinsten Hüte können nur an trüben Tagen in den Nachtstunden hergestellt werden, da das Material ständig feucht bleiben muss. Solche Hüte kosten dann auch mal mehrere Tausend US-Dollar.

Normalerweise kann man den Panamahut problemlos zusammenrollen und in einem Behälter transportieren. Dies ist aber in Europa nicht möglich, weil die Luftfeuchtigkeit zu gering ist und beim Zusammenrollen die Fasern brechen würden.

Beim Besuch der Manufaktur wird ausführlich der Weg vom Toquilla-Stroh bis zum fertigen Hut erklärt und man kann den Arbeitern bei der Herstellung zusehen. Am Ende kann man selbst einen Original-Panamhut aus Cuenca erwerben.