Besuch der Festung San Lorenzo und der neuen Schleusenanlage in Agua Clara

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Der Ausflug zu den neuen Schleusen in Agua Clara zur Festung San Lorenzo beginnt in Colón.

Von hier aus begeben Sie sich zunächst zum Panama Observation Center in Agua Clara, welches eindrucksvoll die Funktionsweise der im Juni 2016 eingeweihte Schleusenanlage des Panama-Kanals veranschaulicht. Bei der ca. 5,25 Milliarden USD teuren Erweiterung wurden auf beiden Seiten des Kanales neue Zufahrten, sowie größere, wassersparende Schleusen gebaut, sodass nun auch Schiffe der so genannten Postpanamax-Klasse mit bis zu 14 000 Containern geschleust werden können.
Mit etwas Glück können Sie sogar live miterleben wie eines der riesigen Schiffe die Schleuse passiert.

Anschließend setzten Sie Ihren Weg nach San Lorenzo fort. Die historische Festung San Lorenzo befindet sich 13 km westlich von Colón, an der Mündung des Río Chagres. Der Ort Chagres, einst wichtiger Atlantikhafen, ist heute ein verlassenes Dorf an der Festung San Lorenzo, die seit 1980 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Zur Geschichte der Festung San Lorenzo, eine der ältesten spanischen Festungen in Amerika:

Kolumbus entdeckte den Río Chagres im Jahre 1502 auf seiner vierten und letzten Reise. Bis 1534 hatte Spanien für seine Schiffe eine Teilroute über den Isthmus von Panama gefunden, die vor allem in der Regenzeit genutzt wurde, um die in Peru geraubten Inkaschätze nach Spanien zu transportieren. Diese Route führte von Panama City zur Mündung des Río Chagres.
Die Schätze die die spanischen Schiffe mit sich führten, lockten natürlich Piraten an. Diese begannen um 1560 die Küste Panamas anzugreifen.

Um die Atlantik- Landseite der Schiffsverbindung zu schützen, lies der spanische König Felipe II um 1598 an der Mündung des Chagres-Flusses die Festung San Lorenzo errichten, die 1601 fertig gestellt wurde. Diese für damalige Verhältnisse sichere Festung war allerdings aus Holz und konnte der tropischen Witterung und der sechsmonatigen Regenzeit kaum standhalten. Der britische Pirat Francis Drake setzte die Festung 1668 in Brand. Danach wurde sie wieder aufgebaut.

1671 griff der Pirat Joseph Bradley, der unter dem Kommando des berüchtigten Henry Morgans stand, die Festung an und zerstörte sie. Den Angriff überlebten nur 30 der 350 auf der Festung stationierten Spanier. Bradley verlor 100 Leute und hatte dazu viele Verletzte. Er selbst erlag später den eigenen Verletzungen, die er bei der Schlacht um San Lorenzo erlitten hatte. Morgan, der das Ziel hatte, Panama (die heutige Altstadt) zu zerstören, benutzte die Festung als Basislager. Seine Leute hinterließen in Panama viele Spuren der Verwüstung. Dann beschloss Henry Morgan, nach Jamaika zu segeln und sammelte seine Schiffe in der Mündung des Río Chagres. Vor der Abfahrt zerstörten seine Leute die Festung San Lorenzo.

Um 1680 errichteten die Spanier eine neue Festung, welche 24 m über dem Meer auf einem Felsen lag und die Hafeneinfahrt gut überblicken lies. In dieser Zeit entstand die Stadt Chagres.

In den Jahren 1739 und 1740 griff der britische Admiral Vernon die Festungen in Chagres und Portobello an und feuerte solange Kanonen auf die Festungen, bis die Spanier aufgaben. Dann plünderten und zerstörten die Briten die Festungen. Nach der Zerstörung von Portobello wurde diese Festung von den Spaniern nicht mehr genutzt. Vielmehr konzentrierten sie sich nun auf Chagres und San Lorenzo.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts nutzten die Spanier die Panama Route kaum noch, denn sie bevorzugten nun den Weg um das Kap Hoorn. So verlor die Festung ihre ursprüngliche Bedeutung und diente dann etwa 100 Jahre als Gefängnis.

Mit der Entdeckung von Gold in Kalifornien und der benötigten Transatlantikroute erlebte Chagres eine Wiedergeburt, doch war diese Phase spätestens mit der Errichtung der Eisenbahnverbindung von Panama nach Colon im Jahr 1855 beendet, denn dadurch wurde der Hafen Chagres von Colón verdrängt.

Chagres lag bei Baubeginn des Panamakanals außerhalb der Panamakanalzone, aber mit dem Bau der gewaltigen Gatún-Schleuse wurden die Grenzen 1916 erweitert und beinhalteten nun auch den Río Chagres. Die Einwohner des Ortes (damals lebten dort 500 Einwohner in 96 Häusern) wurden in den Ort „Nuevo Chagres“ umgesiedelt und an das ursprüngliche Chagres erinnern heute nur noch Ruinen.


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