Besichtigung der Ausgrabungsstätte El Brujo

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Von Trujillo aus geht es auf der Panamericana in Richtung Norden bis zum Chicama-Tal. In diesem Tal wird die größte Menge an Zucker von Peru angebaut, was man gut an den vielen Zuckerrohrpflanzen entlang des Weges sehen kann. Kurz vor Chocope geht es auf die Straße nach Westen, mit dem Ziel des am Meer liegenden „El Brujo“ (zu Deutsch „der Schamane“ oder „der Hexer“). Die gesamte Anlage der Moche-Kultur erstreckt sich auf ca. 2 km² und wurde auf einer künstlichen Plattform errichtet. Aus der Luft betrachtet zeigt diese die Umrisse des südamerikanischen Kontinents.

Der archäologische Komplex besteht aus den drei Tempelpyramiden: Huaca El Brujo, Huaca Cao Viejo und Huaca Prieta. Die zuletzt genannte befindet sich im äußersten Süden der Ausgrabungsstätte und wurde in den 50er Jahren vom Forscher Junuis Bird entdeckt. Dank vieler antiker Spuren von pflanzlichen Überresten und den Funden antiker Alltagsgegenstände konnte Bird eine Besiedelung ab ca. 2.500 v. Chr. nachweisen. Dadurch wurde die bis dahin als Älteste geltende peruanische Kultur - die Chavín-Kultur - abgelöst.

Die bemerkenswerteste Lehmpyramide von El Brujo ist jedoch die Huaca Cao Viejo mit einer Höhe von etwa 30 m. Die Architektur ähnelt sehr der Huaca de la Luna in Trujillo. Hierbei wurden verschiedene Tempel übereinander gebaut, um die älteren Strukturen, die durch starke Regenfälle porös wurden, zu befestigen. Interessant sind auch die polychromen Bilder auf den verschiedenen Ebenen. Diese stellen unterschiedliche Geschichten der wohl jeweils abgeschlossenen Ära dar.

Der größte Fund in dieser Pyramide war das Grab der sogenannten „Señora de Cao“. Diese sehr gut erhaltene Mumie wurde mit dem Gewand einer Priesterin sowie mit sehr vielen goldenen Artefakten beigesetzt. Ungewöhnlich sind auch die vielen Tätowierungen an Armen, Händen und Füßen. Das Hauptmotiv bilden Schlangen und Spinnen, welche in der andinen Mythologie für die Fruchtbarkeit der Erde stehen. Dadurch nimmt man an, dass sie vor etwa 1700 Jahren im Tal „Valle de Chicama“ als Priesterin oder Schamanin geherrscht hat und teilweise als Halbgöttin verehrt wurde. Dies wirft natürlich viele Fragen auf, da man ursprünglich dachte, dass nur Männer das Recht hatten ein so hohes Amt im antiken Peru einzunehmen.

Diese Mysterien und andere Informationen werden seit 2007 in dem Museum, direkt an der Huaca El Brujo, ausgestellt. Ebenfalls können auch die „Señora de Cao“ und viele weitere Artefakte besichtigt werden.


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